Morgens:
“Paaaaaaapa, Maaaaaamaaaaaaaa!!!” hämmert es betäubend in meinen Ohren.
Gerade packe ich noch wild Koffer und scheine dabei immer irgend etwas zu vergessen. Ich bereite mich auf eine Zugreise vor, es ist jedoch alles etwas schwammig…. das „Paaaaapaaaaaa!“ unterbricht meine hektischen Bewegungen, chaotisch meine zerknitterten Kleider in den Koffer zu schmeißen. Ich wache auf und mein Kopf schmerzt.
Gähnend und streckend wechsele ich zum/ in den Realitätsmodus über. (Meine Tochter macht Krach und mein Freund neben mir durchlebt ein ähnliches Szenario.)Ich höre das Knacken der Treppe unseres Hochbetts. Leo hat sich schon aufgerappelt, bei mir dauert es noch ein paar Sekündchen länger. Ich taumele die Treppe hinunter ins Zimmer meiner quakenden Tochter. Lillie klammert an ihrem Gitterbett und versucht sich mit einem Bein über die Barriere zu hangeln…. „Regardez quelque chose“ schreit sie mehrmals und watschelt mit ihren kleinen Pinguinbeinchen ins Wohnzimmer . Tapsgeräusche auf dem Parkett … Ich begebe mich in Richtung Küche und setze die Kaffeemaschine in Bewegung. Ein Knopfdruck und brrrrrrrrr, das laute Nespressogeräusch ertönt in meinen Ohren. Mmmmh, es fängt an, nach Kaffee zu duften!! Und wieder sage ich mir, „Morgen machst du dir Machinetta-Kaffee, dieses Nespresso – Zeugs musst du boykottieren!“ Im Innern weiß ich bereits, dass mich morgen früh erneut die Faulheit besiegen wird. „Wir dürfen einfach nicht mehr diese Tabs zur Verfügung haben. Dann ist man wenigstens dazu gezwungen“, dachte ich mir. Ich greife meine Tasse Kaffee, gieße großzügig Milch dazu und schlürfe ins Kinderzimmer zu Leo und Lillie. Sie sitzen beide auf dem bunt bedruckten Teppich und bauen eine Schaukel aus Legosteinen. Ich setze mich auf die kleine Ausziehcouch gegenüber, beobachte die Beiden mit einem Schmunzeln im Gesicht und genieße meinen ersten Schluck Kaffee.